Maestro Kurt Masur introduced and shared the podium with young conducting talent Simon Gaudenz in his debut concert with the Orchestre National de France on April 24, 2008 at the Theatre des Champs-Elysees in Paris. Kurt Masur first discovered Simon Gaudenz in 2006 in Bonn, at a seminar which Masur was leading on the art of conducting Beethoven. With the consent of composer Henri Dutilleux, Gaudenz conducted his striking piece contemplating the sorrows and evils of time passing, "The Shadows of Time". Below is a selection of reviews:
The New York Times:
The [Orchestre National de France] program opened with a ravishing account of a major 1997 work by Henri Dutilleux, "The Shadows of Time." ...in accordance with the suggestion of the composer, Mr. Masur invited the gifted young Swiss conductor Simon Gaudenz to lead "The Shadows of Time."
ConcertoNet.com:
Presque dix ans après sa création française, en ce même Théâtre des Champs-Elysées, sous la baguette de son dédicataire Seiji Ozawa, le 20 mars 1998, The Shadows of Time d'Henri Dutilleux est devenu un véritable classique des orchestres à travers le monde. Composé de cinq épisodes pour orchestre et trois voix d'enfants (ce soir remplacés, comme c'est souvent le cas, par la voix d'une soprano solo), cette large pièce orchestrale se veut avant tout un témoignage du traumatisme subi par les victimes de la Seconde Guerre mondiale. Le jeune chef Simon Gaudenz (né à Bâle en 1974) en assurait la direction. Après avoir notamment été pendant quatre ans directeur artistique de l'ensemble camerata variabile, il est actuellement chef d'orchestre principal du Collegium Musicum de Bâle. Force est de constater qu'il s'acquitte de sa tâche avec maestria, aidé par un Orchestre national exceptionnel. Doté d'une direction précise, attentif à la moindre intervention instrumentale, le chef veille parfaitement au bon équilibre des plans sonores et à la cohérence de l'œuvre. Si le premier mouvement Les heures manque de tension, l'orchestre fait, dans le deuxième, preuve d'une totale virtuosité, la cohésion des cuivres le disputant à la dextérité des bois. La soprano Amel Brahim-Djelloul, en revanche, déçoit. Perchée au premier balcon du côté des premiers violons, elle manque singulièrement d'émission et surtout de simplicité dans ce troisième passage (Mémoire des ombres) qui, dans l'esprit du compositeur, est dédié à Anne Frank et aux enfants innocents victimes de la barbarie nazie. La performance orchestrale explose de nouveau dans les Vagues de lumière et Dominante bleue ?, où les flûte et hautbois solo, d'une part, les trompette et cor solo, d'autre part, sont particulièrement sollicités... Le public fait un triomphe aux musiciens et au chef qui appelle généreusement Simon Gaudenz à ses côtés au moment des saluts.
Le Figaro:
...Masur avait laissé la baguette lotes assistant, le Suisse Simon Gaudenz, pour les Shadows of Time de Dutilleux. Ce jeune chef, qui tient sa baguette de la main gauche, fait preuve d'aplomb et de rigueur, même s'il demeure un peu raide et carré dans une musique autrefois magnifiée par la souplesse féline d'Ozawa. Il met toutefois en valeur la richesse d'orchestration, même si la nouvelle version pour voix de femme fait regretter la mouture originale où trois voix d'enfants apportaient une émotion plus poignante.
Der Schweizer Simon Gaudenz gilt als «Maestro von morgen». Ein Porträt.
Vertrauen in die Selbstfindung
«Es ist eigentlich ein glücklicher Zufall, dass ich Dirigent wurde», sagt Simon Gaudenz. 1974 in Basel geboren, nahm er in seiner Geburtsstadt Klavier- und Klarinettenunterricht, studierte Klarinette und machte an der Luzerner Musikhochschule das Solistendiplom. Das war im Sommer 2000. Danach ging nichts mehr. Gaudenz fasst sich, wenn er das erzählt, an die Kehle. Hier genau weigerten sich Nerven und Muskeln, weiterhin ihren Dienst zu tun. So, wie sie es für einen frischgebackenen Solisten hätten tun sollen. Gaudenz war vorher als Klarinettist in und mit verschiedenen Orchestern auf Tournee, spielte Uraufführungen und merkte in jenem Sommer: Klarinette ist es nicht. Er sagt: «Ich beschloss, sofort mit dem Dirigieren zu beginnen.» Das verstanden nur wenige.
Simon Gaudenz ging nach Freiburg im Breisgau. «In der Schweiz kann man eigentlich nicht dirigieren lernen», meint Gaudenz. «Das Land ist zu klein, und wenn man Pech hat, landet man am Schluss womöglich noch bei einem Laienorchester.» Er ist mit dieser Ansicht keineswegs alleine. Viele der heute berühmten Schweizer Dirigenten machten ihre Studien, teilweise sogar ausschliesslich, im Ausland. Deutschland, das Land der Orchester, ist da natürlich erstes Ziel. In Freiburg studierte Simon Gaudenz hei Scott Sandmeier. Später ging er zu dem Amerikaner Dennis Russel Davies ans Salzburger Mozarteum. Seine Studien schloss er mit Auszeichnung ab. Heute sagt er aber, er habe seine wichtigsten Impulse bekommen, als er zwei Jahre lang in Berlin lebte.
Mit seiner Frau, der Geigerin Karin Löffler, zog er für zwei Jahre dorthin. «Ich erinnere mich, wie Christian Thielemann eine halbe Stunde lang die probte ohne ein einziges Mal die Partitur aufzuschlagen», erzählt Gaudenz. Konnte man in den Proben in der Philharmonie «nur» im Publikum, also hinter dem Dirigenten, sitzen, so gibt es dort in den Konzerten auch die Möglichkeit auf dem Podium Platz zu nehmen. «Das ist, wie wenn man mitten im Orchester sitzen würde.» In dieser Zeit des Zuhörens und Schauens kristallisierte sich ein grosses Vorbild heraus: Daniel Barenboim. Dessen Gestik und Körperhaltung stehen Gaudenz, wie er sagt, sehr nah. Am meisten aber überzeugte ihn, dass Barenboim seine Interpretation auf die Harmonik abstützt. «Die Harmonik ist das Grundgerüst für alles», sagt er. Wenn die Musiker den harmonischen «Fahrplan» begriffen hätten, würden sie ganz anders spielen.
Seit 2004 ist Gaudenz Chefdirigent des Basler Orchesters Collegium Musicum. Jährlich sechs Konzerte gibt das Collegium, die meisten davon dirigiert der Chef persönlich. «Diese Erfahrung ist mit Gold nicht aufzuwiegen», erklärt er. Die Zeit als Chef habe ihm geholfen, souveräner zu werden, bessere Resultate in kürzerer Zeit zu erreichen. Ausserdem hat auch das Orchester von der kontinuierlichen Arbeit mit Simon Gaudenz sehr profitiert: Es ist klangsubtiler geworden, beweglicher und schlanker. Gaudenz ist längst nicht nur in Basel tätig. Auftritte stehen in nächster Zeit an mit dem Musikkollegium Winterthur, mit dem Städtischen Orchester des finnischen Mikkeli und mit den Bergischen Sinfonikern in verschiedenen deutschen Städten. Erfahrungen hat Gaudenz überdies schon in Malmö gesammelt als Assistent von Mario Venzago oder in Aspen (USA) an der American Academy of Conducting. Dies unter den Fittichen von Tonhalle-Chef David Zinman. Seit 2004 wird er zudem vom Deutschen Musikrat gefördert, der ihm Arbeitsphasen und Konzerte mit diversen deutschen Orchestern vermittelt. Auch Wettbewerbe hat Simon Gaudenz gewonnen. Zuletzt den 1. Preis des renommierten Gennady-Rozhdestvensky-Wettbewerbs im bulgarischen Sofia. Und beim Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti schloss er 2006 im Halbfinale.
Wettbewerbe peilt Gaudenz in nächster Zeit aber keine mehr an. Natürlich sei es von Vorteil, wenn einen danach Agenturen unter Vertrag nehmen, wenn man Konzertverpflichtungen und Einladungen aus ganz Europa bekomme. Doch die institutionelle Ausbildung und Förderung hält Simon Gaudenz nicht für das Wichtigste. Er sagt: «Andere Dirigenten zu beobachten hat mir mehr gebracht als jeder Unterricht. Aber zum Dirigenten kann ich mich nur entwickeln, indem ich zu mir selbst finde.» Mehr als das verrät der bei Persönlichem zurückhaltende Gaudenz nicht. Erzählt dafür eine weitere Geschichte. Wie er bei David Zinman lernte, im drit ten Satz von Beethovens fünftem
Klavierkonzert einen heiklen Einsatz richtig zu gehen. «Dort gibt es eine Stelle, wo das Klavier einen chromatischen Lauf hat. Es ist unmöglich zu wissen, wie viele Töne der Solist schon gespielt hat. Zinman sagte mir, ich solle einfach beim eingestrichenen b den Einsatz geben. Das hat seither immer funktioniert.» Solche Tricks sind das eine, Kenntnis der Orchesterinstrumente das andere. Da hilft ihm das Klarinettenstudium. Und seine Ehefrau, die Geigerin ist im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. «Wenn ich eine Partitur lerne, frage ich sie fünfzig Mal am Tag», sagt Gaudenz.
Die beiden wohnen heute in München. Letzten Sommer hat Simon Gaudenz auf dem Starnberger See Segeln gelernt. «Beim Segeln fühle ich mich so frei wie in einem langsamen Satz einer Mahlersinfonie », sagt er. Überhaupt gehört Mahler zu Gaudenz' grossen Favoriten. «Man muss sich bei Mahler völlig öffnen, seine Tränen und seine Freude zeigen. Den Panzer auftun. So habe ich meine tiefsten Emotionen gefunden.» Der andere Lieblingskomponist ist, klar, Beethoven. Dessen Ringen um die Form sei für die Arbeit mit einem Orchester das Beste. Ausserdem, so Gaudenz, «spielt jeder gerne Beethoven». Sein dritter Favorit heisst Francis Poulenc. Die Musik des Franzosen begeistert Gaudenz, weil sie abseits von jeder Mode stehe und ganz einfach ehrlich sei.
Simon Gaudenz fungiert im Dirigentenforum des Deutschen Musikrats als «Maestro von morgen». Wo ist er «morgen»? Auch hier gibt er sich bedeckt. Sagt nur: «Schön wäre es, Chef in einem Sinfonieorchester zu sein. Als Chefdirigent kann man den Klang eines Orchesters beeinflussen. Und prägt das Kulturleben einer Stadt.» An ein Opernhaus will er nicht unbedingt gehen, wenn sich aber einmal die Gelegenheit ergäbe, würde er liebend gerne Poulencs «Dialogues des Carmélites» dirigieren.
Benjamin Herzog
Musik & Theater
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